Was ist Querfeldein?
Noch nie gehört und gesehen, oder doch?
Eines hat Querfeldein mit fast allen anderen Radsportarten gleich – Wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen. Soweit das Einfache. Radcross oder auch Hochdeutsch „Querfeldeinfahren“ ist eine besondere Herausforderung an Mensch und Material. Es geht nicht darum, auf Teufel komm raus im Sattel zu bleiben, sondern, dass man möglichst schnell vorankommt und das in jedem Abschnitt der Rennstrecke. Also: Laufen oder gar Tragen, wo man nicht mehr fahren kann, oder laufen wo man mit fahren langsamer ist.
Dies erfordert ein häufiges Auf- und Abspringen vom Rad, was natürlich ganz besondere Herausforderungen an das Fahrgefühl, Rhythmus und an die allgemeine Athletik des Sportlers stellt. Spitzenfahrer feilen jahrelang an ihrer Technik, denn nur wer, vor, in und direkt nach Laufpassagen sowie Kurven ohne großen Geschwindigkeitsverlust auskommt, spart nötige Körner für den Finalen Schlusssprint.
Die Dauer des Rennens ist auf eine Stunde festgelegt, bei der immer etwa 100 Sportler alle gleichzeitig aus Zehnerreihen loslegen dürfen. Schon jetzt kann man erahnen, dass vor allem in der Startphase gerangelt und gedrängelt wird, denn jeder will seine optimale Position mit dem Eingang in das Gelände behaupten. Nach der zweiten Runde wird die Zwischenzeit des schnellsten gestoppt und auf die Renndauer von 60 Minuten hochgerechnet. Somit wird den Rennleitern und den Sportlern klar, wie viele Runden in der vorgegebenen Zeit absolviert werden.
Falls der Fahrer einen technischen Defekt im Laufe des Rennens hat, darf er in einem der zwei Depots an der Rennstrecke aus seiner „Boxengasse“ sein kaputtes Rad gegen ein neues tauschen. Der Wechsel des Materials ist nicht nur bei Defekt erwünscht, sondern wird oftmals auch als strategischer Vorteil gern gewählt. Denn je nach Rennverlauf und Wetterbedingungen bietet es sich an das Rad, bis zu zweimal pro Runde, zu wechseln.
Die Deutschen Fans fiebern Erfolgen in der Elite Klasse wie von Mike Kluge, Rolf Wolfshohl, oder Klaus Peter Thaler längst hinterher. Eine Trendwende ist jedoch mit der sehr guten Nachwuchsarbeit der Profi Straßen Teams und der gestiegenen Akzeptanz vom BDR in Sicht. Die Herren können von Jahr zu Jahr mit besseren Ergebnissen im Weltcup wie bei den Weltmeisterschaften glänzen. Bei den Frauen wird Hanka für Deutschland noch mindestens ihren vierten Querfeldein WM-Titel holen und dann quietschvergnügt das Zepter an die jüngeren Mädels abgeben. In der U23 Klasse stellen wir seit der Saison von 2008 / 2009 zum ersten mal seit Jahrzehnten einen Weltmeister - Philipp Walsleben. Wird er der Überflieger im Deutschen Lager werden? Man hofft es und ich würde es ihm auf jeden Fall gönnen.
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