In der letzten Woche bin ich die Tour of Malopolska gefahren.Das Tourprofil war wellig bis bergig. Lange Flachstücke gab es nicht und auch das Tempo war durchweg hoch, da fast alle Polnischen Profiteams gemeldet haben. DHL Author war allein mit 10 Mann am Start und neben Mroz, CCC Polsatund dem Polnischen Nationalteam die Akteure schlechthin.
Prolog mitten in Krakau – Rund um das Nationalmuseum
Der Prolog fand auf einem Marktplatz direkt in Krakau statt. Der Kurs welcher 54mal umrundet werden musste war nicht schwer, da flach, aber aufgrund des Fliesenartigen Untergrundes extrem rutschig und unberechenbar. Ich durfte mich in der Startaufstellung in der dritten Reihe platzieren und kam auch richtig gut weg. Doof war, dass in der ersten Kurve direkt vor mir ein Fahrer gestürzt ist und ich unmotiviert drüber gepurzelt bin.So durfte ich mich hinten einreihen und hörte und sah vielleicht 4 weitere Stürze. CCC Polsat reihte sich vorn ein und verschärfte das Tempo derart, dass dahinter alle auf ihren Positionen bleiben mussten, bzw. es nicht möglich war nach vorn zu kommen. Karsten Volkmann holte sich mit viel Auge ein paar Punkte in einer der Wertungen und belegte den zehnten Platz des Kriteriums.
Schnelles Rennen über ne schicke Landschaft und Berge
Am Zweiten Tag trug somit Volki das blaue Trikot des besten Ausländers. Das Rennen ging schnell los und war durch die Hitze und Berge alles andere als einfach. Leider verloren wir im Rennen Carsten, Schubi und Kiri. Der Rest von uns verpasste auch aufgrund der Unkenntnis des Profils bzw. der Schlussrunde die entscheidende Gruppeauf den letzten 15km und kam mit rund 45 Sekunden abgeschlagen hinter der 16 Köpfigen Spitzengruppe an. Ich wurde 20ter im Zielsprint.
Übernahme des „Blauen Trikots“ des besten Ausländers
Tag Drei – Sommer Sonne Sonnenschein – was kann nur noch schöner sein – REGEN. Nach bereits ca. 20km setzte ich mich mit 7 weiteren Fahrern vom Feld ab und fuhr mit fünf von denen vorn klassisch rein und raus. Jeweils ein Fahrer von DHL und Mroz fuhren Führungen wegen ihrer Teamorder nicht mit. Zur ersten Bergwertung fiel ich ab, weil der Berg mit seinen rund 10% zu steil für mich war. Mit Glück konnte ich mich zur Spitzengruppe zurückrobben und fuhr von da an nur noch halbherzig die Führungen. Am steilen Stück der zweiten Bergwertung fiel ich wieder ab, konnte aber sobald es flacher wurde wieder vorn aufschließen. Bei der Dritten Wertung nach 124km sammelte ich einen Bergpunkt und sicherte mir damit auch eine Sekunde Bonifikation.Schlussendlich wurden wir 5km vor dem Ziel leider gestellt, da DHL das Loch zu uns zufuhr. Im Schlusssprint konnte ich trotz allem einen 15ten Rang für mich herausfahren. Abends stellte sich dann heraus, dass ich aufgrund der Bonifikation am vierten und letzen Tag das Blaue Trikot tragen durfte, welches ich einem tschechischen Fahrer abnehmen konnte. Volki, Wieli und Jens fuhren mit mir und mit dem Feld ins Ziel.
Attacke der Tschechen und Letten auf das Blaue Trikot
Der vierte Tag begann wie gewohnt mit Attacken einiger Fahrer bei Kilometer Null. Besonders die Tschechen und Letten waren sauer, dass wir das blaue Trikot tragen durften. Der deutsche Wetterbericht traf vollkommen zu und das Wolkenband über uns bescherte Regen, Regen und nochmals Regen. Bereits bei der Ersten Bergwertung wurde derart schnell gefahren, dass es das Feld in 2 größere Gruppen zerteilte. Da jedoch viele gute Fahrer hinten waren, fuhren alle wieder zusammen. Darauf folgte ein 50km langes Flachstück bzw. Talfahrt. Da es im Gebirge sehr kalt war, war man in diesem Streckenabschnitt am hauptsächlichsten damit beschäftigt nicht komplett einzufrieren. Mit km 86 folgten die zweite Bergwertung und auch die Ernüchterung meinerseits, dass ich es sicher nicht schaffen werde, das blaue Trikot zu verteidigen. Volki, Wieli und Jens fühlten sich leider noch schlechter und stiegen mit Bedacht auf ihre Gesundheit vom Rennen aus. Ich fuhr weiter und verfolgte mit weiteren Fahrern die Spitzengruppe. Dort angekommen ging es direkt wieder bergauf, wo es endgültig um mich geschehen war. Vorn fuhren vielleicht 20 Mann auf und davon. Abgeschlagen im Ziel angekommen, aber dennoch glücklich drüber, dass meine Form abermals besser wurde kam ich nach 155km pitschnass im Ziel an. Meinen Top 20 Gesamtwertungsplatz müsste ich behalten haben, da aber ich die Listen noch nicht gesehen habe, ist dies ohne Gewähr.
Fazit – schöne Rundfahrt, leider wieder viel Regen in Polen
Die Tour of Malopolska ist jedem Rennfahrer zu empfehlen, der Berge und wellige Abschnitte mag und diese gut fahren kann. Zu Sprintentscheidungen kam es nur, da sich die Führenden Teams eingereiht haben und die entstandenen Lücken zugefahren sind. Wie in Osteuropa üblich wird man als Deutscher niemals eine solche Rundfahrt gewinnen können. Die polnischen Jungs drücken einfach zu sehr auf die Pedale und es gewinnt trotz 3 heftigen Bergwertungenauch schon mal ein Typ mit Sprinterfigur. Die Übernachtung, Verpflegung und Organisation sind top.Ein 3 Sterne Hotel und ein reichhaltiges Büfett früh und abends passt perfekt. Mit hat es Spaß gemacht, da Volki immer lachen, Schubi perfekt Polnisch kann, Thomas Rieger mit seiner Erfahrung alles im Griff hat, Daniel jeden Spaß mitmachte – ich sag nur „Willkommen in Osteuropa“, Kiri weniger am letzten Tag sagte, da der polnische Vodka wohl sehr gut geschmeckt hat, Jens und Wieli längst möglich durchgehalten haben und mich auf der letzten Etappe bestens unterstützten . Danke dafür und hoffentlich bis bald…
Am gestrigen Samstag fuhr ich in Lützschena ein Kriterium über 40 Runden bzw. 60km Länge.
Da ich bei der Rundfahrt letzte Woche in Polen mein Stevens Rennradrahmen unglücklich bei einer Rangelei im Zielsprint zerstörte, baute ich mir kurzerhand meinen Crosser als Straßenmaschine um. Großes Kettenblatt (53 Zähne) drauf, die Bremsen, so nah und hart wie möglich an die Bremsflanke eingestellt und die Straßenlaufräder rein, schon ist er fertig – der Straßen-Crosser.
Das Rennen begann wie gewohnt schnell und ich konnte in der Ersten und dritten Wertung mir jeweils die Maximalpunktzahl (5 Punkte) einstreichen. In der 15ten Runde folgte leider eine Attacke einiger Fahrer, die ich absolut unterschätzt habe und einfach fahren lies. Die Gruppe bestand bis zum Schluss auch wegen der Unruhe der Uneinigkeit aller verbliebenen Renner im Hauptfeld. Da die meisten Punkte jedoch an nur zwei Fahrer aus der Spitzengruppe verteilt wurden, belegte ich trotz allem den dritten Platz des Rennens.Leider gab es im Schlusssprint des Feldes einen schweren Sturz, wobei sich ein Jenatec Fahrer schwer verletzte. Mann kann nur hoffen und wünschen, dass Rüdiger so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommt.
Als Vorbereitung für die Cross-Saison entschließen Johannes und ich mich mit dem Dresdner DSC die siebentägige Rundfahrt Baltyk Karkonosze Tour 2009 in Polen zu bestreiten. Unser Team bestand aus den Dresdener Fahrern Frank Ziemann, Markus Weinberg, Uwe Hartmann, Sven Forberger, dem Leipziger und Europa-Stehermeiser von 2008 und 2007Timo Scholz und uns beiden Stevens Fahrern Johannes Sickmüller und mir. Während der Tage genossen wir eine optimale Unterstützung von Renato, Jens und dem El Capitano des DSC Herrn Deckert.
TAG 1 – KRITERIUM in Trzebiatów – ANREISE, KRITERIUM
Nach einer 4 Stündigen Anfahrt an die Polnische Ostsee fuhren wir ein 34km langes Kriterium in Trzebiatów. Leider konnte keiner von uns ein paar Punkte ergattern und wir rollten lediglich mit dem Feld durch. Ein Grund war sicherlich auch, dass fast die komplette Belegung am Vortag die LVM Kriterium in Lichtenstein gefahren ist und somit Körner für die folgenden Tage sparen wollte.
TAG 2 - Trzebiatów - Choszcno (148,8 km) – GRUPPE VERPASST – MARKUS TOP 15
Am folgenden Tag fuhren wir von der Küste aus schnurgerade in Richtung Süden. Jegliche Attacken wurden von dem polnischen Profi-Team DHL Author zugefahren. Ich konntemich vorerst in einer Spitzengruppe vom Feld absetzten. Leider fuhr unter uns nicht der richtige DHL Fahrer, so dass die Lücke von max. 3min wieder geschlossen wurde. Kurz darauf verpassten alle Fahrer außer Markus Weinberg die entscheidende Gruppe, in welcher die Gesamtwertung grundlegend entschieden wurde. Ich selbst war grad damit beschäftigt meine Flasche aufzufüllen, und als dies geschehen war, war’s zu spät… Markus kam am Ende als 12ter ins Ziel und belegte von nun an einen Gesamtwertungsplatz unter den Top 15.
TAG 3 - Choszcno - Walcz (161,7 km) – RAD ZERSTÖRT
Am dritten Tag, wechselte das Wetter willkürlich zwischen Sonnenschein, Regen und Hagel und man dachte nie und nimmer dass wir uns im Monat Juni befinden.Jedenfalls bildete sich auch an diesem Tag eine Spitzengruppe mit vielleicht 20 Fahrern. Aus dieser fuhr nochmals im Alleingang ein Russischer Fahrer bei km 100 dem Feld auf und davon und wurde nie wieder gesehen.Beim Zielsprint um Platz 2 verhakte ich mich mit einem Ukrainer und rollte enttäuscht als 19ter ins Ziel. Sven kam noch an mit vorbei geschossen und wurde 18ter. Im Ziel bemerkte ich erst richtig den Totalschaden an meinem Hinterrad und bei der abendlichen Pflege stellte sich zudem noch heraus, dass mein Rahmen an einer Sitzstrebe gebrochen war.
TAG 4 - Walcz - Wolsztyn (166,4 km) – BESTE TAGESPLATZIERUNG
Da Herr Deckert zwei Ersatzmaschinen für den Fall der Fälle mitgenommen hatte, konnte ich am folgenden Tag dennoch an den Start gehen und versuchte mein Bestes auf dem ungewohnten Rad. Dass dann am Ende die wohl beste Tageplatzierung für mich heraus gesprungen ist, habe ich der Erfahrung von Timo Scholz zu verdanken. Er riet mir bei einer ungewollten Pause, an einem geschlossenen Bahnübergang beim Zielsprint lieber etwas vorsichtiger zu fahren, da sich in der Kurve Sand und ähnlicher Dreck befand und damit ein Sturz in der Zielkurve vorprogrammiert war. Wie gesagt so getan – und ich rollte in der Zielkurve knapp hinter Sven auf dem 6. Platz durchs Ziel.
TAG 5 - Siedlec - Góra (89,3 km) - Cojnów - Lubañ (84,3 km) – SIGGIS DRITTER PLATZ
Am fünften Tag standen zwei Halbetappen an, welche beide von jeweils einer Ausreißer gruppe geprägt waren.Am Nachmittag konnte sich Siggi bei km Null, allá Cross Manier vom Feld absetzten und blieb bis zum Ziel mit vier weiteren Fahrern an der Spitze. Bei dieser zweiten Halbetappe gewann er zusätzlich noch alle Sprintwertungenund konnte von nun an mit einer TOP 3 Platzierungen in dieser Kategorie liebäugeln. Leider fehlte ihm am Ende das nötige Quäntchen Glück für den Tagessieg und er wurde mit einem weinenden und einem lächelnden Auge hervorragender Dritter.
TAG 6 Lubañ - Sulików (95,9 km) – UNZÄHLIGE PLATTEN
Der sechste Tag begann eigentlich ganz schön, wir konnten ausschlafen und fuhren morgens 1:30h locker Kompensation und genossen die wohl verdienten Sonnenstrahlen. 10min vor dem Start des Rennens jedoch öffnete Frau Holle die Schleusen und hörte erst 10min nach dem Rennen damit auf, Wasser auf uns zu schütten. Bei dieser bergigeren Etappe bildete sich keine entscheidende Spitzengruppe, aber aufgrund der schlechten und schmalen Straßen kam im Feld keine Ruhe auf. So bekam ich mein Platten Nummer Vier der Rundfahrt, als das Rennen gerade schnell wurde und nur durch die Hilfe von Herrn Deckert bzw. dem gespendeten Windschatten unseres Autos konnte ich ins Feld zurück fahren. Frank schaffte bei dieser Regenetappe leider die Karenzzeit nicht und schied aus.
TAG 7 Lwówek Sl. - Lwówek Sl. (158,0 km) – BERGE SIND NIX FÜR MICH
Am letzen tag führte uns die Rundfahrt direkt ins Riesengebirge und mit dieser bergigen Etappe sollte auch das Gesamtklassement komplett verändert werden. Ich klemmte leider bereits an der ersten Bergwertung und kam mit einer guten halben Minute Rückstand über die Kuppe des Berges. Da unser Mannschaftswagen aufgrund eines Sturzes in der Abfahrt warten musste, konnte ich mich dank des von ihm gespendeten Windschattens wieder heran kämpfen und quälte mich nicht ganz allein über den nächsten Gipfel. Nach 93km hatte ich mit Ach und Krach alle Berge geschafft und ichmusste nur noch irgendwie ins Feld zurück. Da Herr Deckert abermals hinter mir war, spielten wir nochmals Mr. Supermann und ich schloss die Lücke zur nächst größeren Gruppe. Während dessen bildetet sich an der Spitze eine Achtköpfige Gruppe, welche das Rennen und somit die Gesamtwertung unter sich ausmachte. Am Ende wurde ich auch für mich überraschend im Sprint sehr guter Zwölfter.
Fazit – DANKE AN DIE BETREUER – ÜBERZEUGENDE LEISTUNG ALLER FAHRER
Mit einem 15.ten und einem 19ten Platz in der Gesamtwertung, und Johannes 3ter Platz in der Sprintwertung sowie den vielen weiteren Top 10 Einzel-Tages-Platzierungen konnte das DSC Dresden Team als Vierter der Mannschaftswertung überzeugen. Hervorzuheben ist nochmals Johannes 3ter Platz bei der zweiten Halbetappe. Durch die optimale Betreuung von Herrn Deckert, Jens und Renato lief alles reibungslos und wir konnten uns perfekt auf die Rennen vorbereiten. Sie putzten, schraubten und verpflegten uns mit einem Ehrgeiz und Freude, der ich nur Hochachtung ausdrücken kann. Vielen Dank dafür.
Am Berg hätte ich von mir schon etwas mehr eigene Leistung gewünscht, aber aufgrund meines 20km langen Ausreißversuches direkt nach dem Start der letzten Etappe war dies schon fast vorprogrammiert. Mit Karbon-Felgen oder ähnlichen Leichtbaukram sollte man in Polen nicht an den Start gehen, da die Tränen um das zerstörte Material zahlreich werden können.
Am letzten Maiwochenende fuhr ich kurzentschlossen in Lichtenstein ein Kriterium. Nach 10 Runden bildete sich eine Ausreißergruppe, welche erst 12 Runden vor Schluss ins Feld zurück geholt wurde. Bis dato hatte ich 8 Punkte auf meinem Konto, und lag prinzipiell aussichtslos hinter dem Führenden mit 21 eingefahrenen Punkten zurück. Aber aufgeben war an diesem Tag nicht mein Ding und ich sicherte mir in der Drittletzten Wertung die volle Punktzahl. Im finalen Schlusssprint liess ich dann ein letztes mal meine dicken Oberschenkel kreisen und lag mit 23 Punkten ausssichtsreich auf einem Podestplatz. Da aber der Mapei Heizomat Fahrer, welcher die 21 Punkte inne hielt, zum Schlusssprint keine Punkte für sich verbuchen konnte, gewann ich mit mehr Glück als Verstand das Rennen.