Mit den letzten beiden Ergebnissen (Platz 46 und 42) und meiner Leistung in den letzten drei Wochen kann ich ganz und gar nicht zufrieden sein. Leider ist bei mir zur Zeit der Wurm drin… Inzwischen weiss ich zumindest, woran es liegt. Mit dem Trainingslager in der Schweiz im August, der anschließenden Rundfahrt in Bulgarien im September und dem Teamtrainingslager in Kreischa, ebenfalls im September, habe ich mir schlichtweg zuviel zugemutet.
Im Verlauf der ersten Rennen wollte ich mich eigentlich immer ein Stückchen verbessern und meine Platzierungen vom Vorjahr bestätigen (z.B. Platz 3 in Louny, Platz 24 in Kalmthout) oder gar Top 20 Platzierungen im Weltcup anstreben. Am gestrigen Sonntag fuhr ich auch die ersten drei Runden unter der “Magischen Grenze” der Besten 20. Aber nach 22 Minuten waren meine Körner derart verbraucht, so dass ich in der zweiten Rennhälfte umsomehr durchgereicht wurde. In Kalmthout ereilte mich ein Plattfuß nach bereits 400m. Damit war eine gute Platzierung bereits passé, da es auf der extrem schnellen Stecke (Mittel von Rund 30km/h) kaum Möglichkeiten zum Überholen gab.
Jetzt heisst es für mich - Neuer Formaufbau - weiter nach den Gründen suchen, diese vermeiden und hoffen, dass ich das aktuelle Tief schnellstmöglich überwinde. National geht es für mich wie geplant weiter und es folgen am Wochenende die Rennen in Magstadt und Lorsch. Auf jeden Fall freu ich mich auf beide Rennen, da Sie zu den Besten in Deutschland gehören. International werde ich Weiteres nach dem Wochenende entscheiden.
Aber eines weiss ich bereits jetzt - den Kopf in den Sand stecken und aufgeben werde ich nicht, denn die Saison ist noch lange nicht zu Ende.
Drei Rennen in drei Tagen – Ein langes Wochenende liegt hinter mir und heute, am Montagmorgen, bin ich ganz schön platt. Eigentlich wollte ich meinen Sonntag nachholen und einfach nur ausspannen…aber die Materialpflege (Bulli und Räder) nahm einfach zu viel Zeit in Anspruch und nun ist schon wieder Abend…
So, nun aber zu den Rennereignissen: Eines weiß ich auf jeden Fall nach den letzten Tagen - Philipp Walsleben wird derjenige sein, den es zu schlagen gilt. Zwei der drei Rennen in Hamburg und Berlin konnte er für sich entscheiden. Ich stellte mit Erstaunen fest, dass sich seine Fahrtechnik um Einiges verbessert hat, so dass er nach technischen Passagen immer eine kleine Lücke hatte. In Berlin konnte ich diese Lücke zwei-, dreimal wieder schließen, aber beim vierten Mal war endgültig Schluss.
Die 2 Rennen in Hamburg fielen mir wesentlich schwerer als in Berlin. Durch den anhaltenden Regen war die Rennstrecke aufgeweicht und wurde technisch noch anspruchsvoller. Am Samstag wurde auch ich nicht von einem Plattfuß verschont, so dass ich Jim ziehen lassen musste und den hinter mir liegenden Belgier erst nach einigen Runden abhängen konnte. Am Ende des Rennes war ich sichtlich genervt, da mein rechtes Auge weh tat (da war ein Ast im Weg) und ich einen neu aufgeklebten Reifen zerschossen hatte. Mit meinem Dritten Platz war ich jedoch voll und ganz zufrieden.
Die Berliner Runde gleicht eher einem Kriterium in einem Park als einem wirklichen Crossrennen. Die Geschwindigkeit und die etlichen Kurven auf dem rutschigen Untergrund lassen das Rennen zu etwas Besonderem werden. Da ich mir samstags “nicht den Zahn gezogen” hatte, konnte ich mich gegen Johannes durchsetzen und wurde Zweiter.
Alles in Allem war es ein erfolgreiches Wochenende. Mit meinen 23 UCI-Punkten stehe ich bereits jetzt besser da als im letzten Jahr und werde hoffentlich am kommenden Wochenende in Louny und Ceská Lípa noch ein paar hinzufügen können.
An den beiden vergangenen Wochenenden bin ich nun endlich meine ersten Crossrennen gefahren. In Olomouc merkte ich auch sofort, dass mir die Straßensaison, allen voran die Bulgarien Rundfahrt, noch in den Beinchen lag. Ich konnte zwar auf der Straße starten wie ein Weltmeister und biegte als Erster in das Gelände ein, aber kaum eine halbe Runde später wurde ich bis auf Platz 10 durchgereicht. Was auch daran lag, dass ich bis dahin noch nie auf dem Crossrad saß und kaum um die Kurven kam. Am Ende wurde ich zwölfter des Rennens der Kategorie C2 und war zufrieden damit.
Um die Technik allgemein zu verbessern, blieben wir die folgenden zwei Wochen mit dem Team in der Nähe von Dresden. So ging es auch bei den Rennen in Unicov und Hlinsko bereits wesentlich besser. In Unicvo (nahe der Slowakischen Grenze) startete ich alles andere als gut und biegte als 30ter oder so in die erste Runde ein. Aber am Ende wurde ich 12ter der Elitekategorie. In Hlinsko am Tag darauf wurde ich leider nur achter… Denn aufgrund eines technischen Defektes an meiner Pedale musste ich den Zielsprint mit nur einem eingeklickten Fuß fahren. Aber alles gut - im Gegensatz zum letzten Jahr verbesserte ich mich trotz stärkerer Besetzung in Hlinsko um zwei Plätze.
Ich denke dass meine Formkurve ansteigt und ich spätestens zum Ersten Weltcup in Kalmthout meinen ersten Höhepunkt der Saison bestreiten werde.
In den kommenden Tagen fahre ich die beiden Rennen des Deutschlandcups in Hamburg und das Internationale Rennen in Berlin - Kreuzberg. Ich freue mich schon sehr alle anderen Deutschen Crosser wieder zu sehen und bin gespannt auf deren Leistung. Allen voran sind es die Jungs des Palmans Cras Teams mit Philipp Walsleben, die sicher versuchen werden beide Rennen zu gewinnen.