Oktober 2007


Der erste Weltcup, das erste Mal in der neuen Saison in einem Weltklasse-Feld fahren, der erste richtige Vergleich mit den „Großen Jungs“ bzw. mit den Belgiern. Aufgeregt war ich, auf jeden Fall. Die Runde war extrem technisch und auch so anspruchsvoll. Es gab keine Stelle, keine Abfahrt, wo sich die Fahrer erholen konnten. Ständiges Links - Rechts, Kurven und Sandpassagen im Wechsel und eine lange Zielgerade mit Gegenwind prägten die Strecke. Ich konnte einen guten Start erhaschen und fuhr unter den ersten Zwanzig ins Gelände. Die folgenden Runden fuhr ich sogar einer kleinen Sensation hinterher, denn der ersten größeren Gruppe von Position 2 bis 16 konnte ich folgen und mich behaupten. Aber bereits ab der dritten Runde merkte ich, dass ich früher oder später bei diesem hohen Tempo gnadenlos sterben werde. Die folgenden Runden fiel ich Stück für Stück zurück, bekam Rückenschmerzen und quälte mich richtig dolle. So fiel ich auf die Positionen 22 bis 25 zurück und konnte auch Malte, der ein echt starkes Rennen gefahren ist, nicht folgen. Dann fasste ich mir ein Herz, legte abermals 5% mehr meiner Leistung frei und fuhr bis zum Ende des Rennens am Weltmeisterlichen Hinterrad von Erwin Verwecken. Mit dem 24. Platz und damit meiner besten Platzierung in einem Weltcup kann ich mehr als zufrieden sein. Ich weiß aber auch, dass ich ganz vorn mitfahren kann. Ich hoffe, ich kann mich in den folgenden Weltcuprennen Stück für Stück verbessern und mein großes Ziel, Platzierungen unter den ersten 20 beim Weltcup, erreichen.

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In Hlinsko erwischte ich einen so schlechten Start wie noch nie. Ich konnte gerade so unter den ersten Zwanzig in das Gelände einbiegen. Doch bevor die erste Runde absolviert war, sprang mir die Kette zwischen das kleine Kettenblatt und den Rahmen und verklemmte sich. Die wieder hinter mir liegenden Fahrer zischten nur so an mir vorbei. Kurz gefangen, lag ich am Ende der zweiten Runde auf der Nase. Aussichtslos von den Punkterängen nahm ich mit Eingang der dritten Runde das Rennen als 25.ter wieder auf. Runde für Runde konnte ich ein bis drei Fahrer schnappen und erreichte 2 Runden vor Schluss einen der begehrten Ränge der ersten Zehn. Glücklich, aber dennoch enttäuscht sicherte ich mir den zehnten Platz und abermals einen Punkt in der Weltrangliste.

Knapp 900 km nördlicher und nach 10 Autofahrstunden stand ich am folgenden Tag in Dassow an der Ostsee beim Dritten Deutschlandcup der Saison am Start. Im Vergleich zum Vortag lief in der ersten Runde alles wunderbar. Start und zisch - ich war weg. Einzig Dano konnte mir folgen. Da ich aber in der zweiten Runde rund 300 Meter hinter dem Wechseldepot einen Platten am Hinterrad bekam, verlor ich jegliche Chance eine sehr gute Platzierung zu erreichen. Um dennoch weiter zu fahren und dabei nicht mein Hinterrad zu zerstören, wechselte ich irregulär am Teambus. Das Rennen nahm ich wieder auf und konnte mit einem knappen Abstand zu Johannes Sickmüller den zweiten Platz erreichen. Direkt nach Zieleinlauf meldete ich dem Rennkommissar meinen unerlaubten Tausch und disqualifizierte mich damit selbst. So sind die Regeln… Mit ist es wichtiger fair gegenüber meinen Rennkollegen zu sein, als einen Erfolg mit Beigeschmack einzufahren..

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Regen, viel Regen und Schlamm… Ja das macht Spaß ;-) Die Strecke in Louny weichte völlig auf und wie schon gesagt, bei schlechtem Wetter fahre ich meine besten Rennen. Als Achter wurde ich aufgestellt und konnte vom Start weg eine Position unter den ersten Fünf behaupten. Als ich mein Rad im Depot wechseln wollte, bekam ich einen kleinen Schock. Unsere Betreuer konnten die Räder nicht absprühen, obwohl mindestens fünf Hochdruckreiniger vorhanden waren, und davon waren hundertprozentig zwei vom Veranstalter gestellt. Sie erhielten stets die Antwort: PRIVAT!!! Unfassbar finde ich. Trotz allem hatten wir Glück, da der flüssige Schlamm das Rad nicht so sehr zusetzte. Mit Eingang in die vorletzte Runde konnte ich hinter Zdenek Stybar (ehemaliger U23 Weltmeister) und Zdenek Mlynar (ehemaliger Juniorenweltmeister) den dritten Rang für mich verbuchen und sicherte mir die ersten Weltranglistenpunkte.

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Das Rennen in Louny hatte aber auch einen großen Nachteil für mich erbracht. Mein vorerst kratziger Hals wandelte sich zu einer Erkältung um. Die Nacht über schwitzte ich enorm viel und stand am nächsten Morgen etwas neben mir. Dennoch konnte ich es nicht lassen, in Pilsen an den Start zu gehen, um vielleicht weitere UCI-Punkte zu gewinnen. Anfangs bildete sich eine größere Spitzengruppe mit fünf tschechischen Fahrern und mir. Frech, wie ich bin, übernahm ich in der zweiten Runde die Führung und zog das Tempo deutlich an. In der Mitte des Rennes kam jedoch der Mann mit dem Hammer und schlug zu. Puff, von Hier auf Jetzt fand ich mich auf der 11.ten Position wieder. Kurz vor Schluss konnte ich mich noch fangen, Robert Gavenda an einem Laufanstieg stehen lassen und mir den zehnten Platz direkt hinter meinem Teamkollegen Johannes Sickmüller sichern.

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Endlich ging es los!!! Wie letztes Jahr fand der Saisonstart in Wedel (Hamburg) statt. Die permanente Crossstrecke war erneut sehr schwer zu fahren und bot einige technische Raffinessen. Am Samstag konnte ich als einziger Richard Groenendaal folgen und hielt sein Hinterrad bis zur viertletzten Runde. Im Eingang dieser bekam ich leider einen Plattfuß am Hinterrad. Richard war dennoch so fair und fuhr mir bis zum Depot hinterher und setzte erst bei meinem Radwechsel eine Attacke. Ich konnte mich nochmals heranquälen, aber dann war Schluss mit der Freude, denn sein nächster Angriff folgte direkt. Völlig erschöpft kam ich als zweiter und vor allem als erster Deutscher in das Ziel.

Hier seht ihr meine Pulskurve des Rennens:

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Am Tag darauf fad das zweite Rennen des Deutschlandcups, auf der selbigen Strecke statt. Abermals konnte ich überzeugen, wenn da nicht eine kleine aber schmerzhafte Konzentrationslücke gewesen wäre. Doppelplatten… Ich kam hinter Richard und Malte Urban (Team Heinz von Heiden) ins Ziel und übernahm Punktgleich mit Malte die Führung im Deutschlandcup. Der Einstand war gelungen, ich bin fit und hoffe meine Form in den nächsten Wochen steigern zu können.

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