Am Samstagmorgen um 5 Uhr fuhr ich von Freiberg in das 850km entfernte Hoogerheide. Nach etlichen Stunden Autofahrt erlebte ich eine etwas veränderte Strecke im Gegensatz zum Weltcuprennen im vorigen Jahr. Meine Platzierung im letzten Jahr ging mit dem 45. Platz absolut in Ordnung, schließlich war es damals mein erstes Weltcup Crossrennen.
Ich startete aus der vierten Reihe wie ein verrückter los und war mit dem Eingang in das Gelände bereits unter den ersten zehn. In der Runde gab es eine steile und schlammige Abfahrt. Ich stürzte in dieser, verbog meine STI Einheit, konnte aber weiter fahren, vor allem ohne groß Plätze verloren zu haben.
Das Wetter wurde während des Rennverlaufes nicht besser sondern immer schlechter. Es goss in Bindfäden und im zweiten Drittel der Renndauer hagelte es. Mir kamen diese furchtbaren Verhältnisse entgegen und ich konnte mich unter den ersten zehn behaupten. Mit dem Platz sieben erreichte ich, seit der Ära von Mike Kluge das beste Weltcupergebnis eines Deutschen.

Direkt nach dem Rennen fuhr ich mit dem Navigator Ole Quast, die Hoffnung der Deutschen im Juniorenbereich, zum Hotel nach Hooglede. Das Training diese Woche gestaltet sich ähnlich wie in der Woche vor der Deutschen Meisterschaft. Montag und Dienstag werden die „Wunden“ geleckt und die drei Crossräder auf Vordermann gebracht. Heute am Mittwoch werden wir das erste Mal die Strecke besichtigen. Eigentlich wollten wir dies mit dem Fahrrad, aber aufgrund des nächtlichen Winterbeginns und Schneepampe auf der Straße, dann doch lieber zu Fuß. Die Strecke soll nach hören und sagen richtig doll schlammig sein, gespickt mit 3 Treppen und damit alles andere als einfach.
Morgen werden wir je nach Wetter auf der Runde unsere Vorbelastung fahren, dass heißt eine Stunde Training mit 3 schnellen Runden. Abends geht es sicher wie immer, für eine halbe Stunde auf die Rolle, zur Lockerung der Muskulatur.
Freitag wird ruhig trainiert, bevor wir Samstag die Rennvorbelastung absolvieren und im Fernsehen die Liveübertragungen der Rennen der Junioren und U23 sehen werden.
Jeden Tag geht es am Nachmittag für mich zu Willi, den Physiotherapeuten vom BDR, und er versucht meine Beine durch Massage wieder locker zu bekommen.

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Ole Quast und ich kleben auch bereits die ganze Woche Reifen. Unserer Materialpool für die WM besteht aus 7 Carbon Laufradsätzen, 7 Alu Laufradsätze und für jeden 3 Räder. Wir kontrollierten die Klebung der Reifen und rissen lose herunter. Wir bestücken je 3 Carbon Laufräder mit Schlammreifen, 3 mit normalem Dugast Profil und 1 CFK LR-satz mit breiten Dugast – für Schnee und Eis. Die Alu Laufräder haben zweimal TUFO Reifen für Trockene Bedingungen und der Rest ist mit Griffo Reifen – mittlere Nässe und zäher Schlamm - bestückt.

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