21. Jun
2009
In der letzten Woche bin ich die Tour of Malopolska gefahren. Das Tourprofil war wellig bis bergig. Lange Flachstücke gab es nicht und auch das Tempo war durchweg hoch, da fast alle Polnischen Profiteams gemeldet haben. DHL Author war allein mit 10 Mann am Start und neben Mroz, CCC Polsat und dem Polnischen Nationalteam die Akteure schlechthin.
Prolog mitten in Krakau – Rund um das Nationalmuseum
Der Prolog fand auf einem Marktplatz direkt in Krakau statt. Der Kurs welcher 54mal umrundet werden musste war nicht schwer, da flach, aber aufgrund des Fliesenartigen Untergrundes extrem rutschig und unberechenbar. Ich durfte mich in der Startaufstellung in der dritten Reihe platzieren und kam auch richtig gut weg. Doof war, dass in der ersten Kurve direkt vor mir ein Fahrer gestürzt ist und ich unmotiviert drüber gepurzelt bin. So durfte ich mich hinten einreihen und hörte und sah vielleicht 4 weitere Stürze. CCC Polsat reihte sich vorn ein und verschärfte das Tempo derart, dass dahinter alle auf ihren Positionen bleiben mussten, bzw. es nicht möglich war nach vorn zu kommen. Karsten Volkmann holte sich mit viel Auge ein paar Punkte in einer der Wertungen und belegte den zehnten Platz des Kriteriums.
Schnelles Rennen über ne schicke Landschaft und Berge
Am Zweiten Tag trug somit Volki das blaue Trikot des besten Ausländers. Das Rennen ging schnell los und war durch die Hitze und Berge alles andere als einfach. Leider verloren wir im Rennen Carsten, Schubi und Kiri. Der Rest von uns verpasste auch aufgrund der Unkenntnis des Profils bzw. der Schlussrunde die entscheidende Gruppe auf den letzten 15km und kam mit rund 45 Sekunden abgeschlagen hinter der 16 Köpfigen Spitzengruppe an. Ich wurde 20ter im Zielsprint.
Übernahme des „Blauen Trikots“ des besten Ausländers
Tag Drei – Sommer Sonne Sonnenschein – was kann nur noch schöner sein – REGEN. Nach bereits ca. 20km setzte ich mich mit 7 weiteren Fahrern vom Feld ab und fuhr mit fünf von denen vorn klassisch rein und raus. Jeweils ein Fahrer von DHL und Mroz fuhren Führungen wegen ihrer Teamorder nicht mit. Zur ersten Bergwertung fiel ich ab, weil der Berg mit seinen rund 10% zu steil für mich war. Mit Glück konnte ich mich zur Spitzengruppe zurückrobben und fuhr von da an nur noch halbherzig die Führungen. Am steilen Stück der zweiten Bergwertung fiel ich wieder ab, konnte aber sobald es flacher wurde wieder vorn aufschließen. Bei der Dritten Wertung nach 124km sammelte ich einen Bergpunkt und sicherte mir damit auch eine Sekunde Bonifikation. Schlussendlich wurden wir 5km vor dem Ziel leider gestellt, da DHL das Loch zu uns zufuhr. Im Schlusssprint konnte ich trotz allem einen 15ten Rang für mich herausfahren. Abends stellte sich dann heraus, dass ich aufgrund der Bonifikation am vierten und letzen Tag das Blaue Trikot tragen durfte, welches ich einem tschechischen Fahrer abnehmen konnte. Volki, Wieli und Jens fuhren mit mir und mit dem Feld ins Ziel.
Attacke der Tschechen und Letten auf das Blaue Trikot
Der vierte Tag begann wie gewohnt mit Attacken einiger Fahrer bei Kilometer Null. Besonders die Tschechen und Letten waren sauer, dass wir das blaue Trikot tragen durften. Der deutsche Wetterbericht traf vollkommen zu und das Wolkenband über uns bescherte Regen, Regen und nochmals Regen. Bereits bei der Ersten Bergwertung wurde derart schnell gefahren, dass es das Feld in 2 größere Gruppen zerteilte. Da jedoch viele gute Fahrer hinten waren, fuhren alle wieder zusammen. Darauf folgte ein 50km langes Flachstück bzw. Talfahrt. Da es im Gebirge sehr kalt war, war man in diesem Streckenabschnitt am hauptsächlichsten damit beschäftigt nicht komplett einzufrieren. Mit km 86 folgten die zweite Bergwertung und auch die Ernüchterung meinerseits, dass ich es sicher nicht schaffen werde, das blaue Trikot zu verteidigen. Volki, Wieli und Jens fühlten sich leider noch schlechter und stiegen mit Bedacht auf ihre Gesundheit vom Rennen aus. Ich fuhr weiter und verfolgte mit weiteren Fahrern die Spitzengruppe. Dort angekommen ging es direkt wieder bergauf, wo es endgültig um mich geschehen war. Vorn fuhren vielleicht 20 Mann auf und davon. Abgeschlagen im Ziel angekommen, aber dennoch glücklich drüber, dass meine Form abermals besser wurde kam ich nach 155km pitschnass im Ziel an. Meinen Top 20 Gesamtwertungsplatz müsste ich behalten haben, da aber ich die Listen noch nicht gesehen habe, ist dies ohne Gewähr.
Fazit – schöne Rundfahrt, leider wieder viel Regen in Polen
Die Tour of Malopolska ist jedem Rennfahrer zu empfehlen, der Berge und wellige Abschnitte mag und diese gut fahren kann. Zu Sprintentscheidungen kam es nur, da sich die Führenden Teams eingereiht haben und die entstandenen Lücken zugefahren sind. Wie in Osteuropa üblich wird man als Deutscher niemals eine solche Rundfahrt gewinnen können. Die polnischen Jungs drücken einfach zu sehr auf die Pedale und es gewinnt trotz 3 heftigen Bergwertungen auch schon mal ein Typ mit Sprinterfigur. Die Übernachtung, Verpflegung und Organisation sind top. Ein 3 Sterne Hotel und ein reichhaltiges Büfett früh und abends passt perfekt. Mit hat es Spaß gemacht, da Volki immer lachen, Schubi perfekt Polnisch kann, Thomas Rieger mit seiner Erfahrung alles im Griff hat, Daniel jeden Spaß mitmachte – ich sag nur „Willkommen in Osteuropa“, Kiri weniger am letzten Tag sagte, da der polnische Vodka wohl sehr gut geschmeckt hat, Jens und Wieli längst möglich durchgehalten haben und mich auf der letzten Etappe bestens unterstützten . Danke dafür und hoffentlich bis bald…
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