Wintersaison 08/09


Zwei Jahre nach meinem fantastischen Weltcupergebnis in Hoogerheide fand nun dieses Jahr die Weltmeisterschaft in dem kleinen Örtchen in der Nähe von Antwerpen statt. Dementsprechend hoffte ich auf ähnliche Wetterbedinungen wie damals, denn bei Regen um dem Gefrierpunkt fahre ich nunmal meine besten Rennen. Es kam wettertechnisch aber ganz anders. Noch nie war ein Rennen in Hoogerheide derart schnell und trocken. Eigentlich ideal für alle Rennfahrer (außer mich ;-), wenn nicht dieser stürmische und kalte Ostwind gewesen wäre…

Im Rennen der U23 belegten drei Deutschen Fahrer die Plätze Eins (Philipp Walsleben), Zwei (Christoph Pfingsten) und Fünf (Sascha Weber). Das gab es noch nie! Deutschland - die Crossnation, die keine ist. Allen fünf Jungs der Nationalmannschaft sowie Hanka Kupfernagel gilt mein absoluter Respekt.

Mein Rennen begann in der fünften Reihe und ich kam super weg. Auf den ersten Metern konnte ich ca. 15 Positionen gut machen und fuhr 25 min in einer Gruppe bis zum 16. Platz mit. In dieser Gruppe war unter anderem Erwin Verwecken und Lars Boom - beide potentielle Titelanwärter. Naja, auf der Zielgeraden die Gruppe anzuführen, war wohl dann doch etwas größenwahnsinnig, so dass ich keine zehn Minuten später die Parkkarte zog und die Aussicht auf eine Platzierung unter den ersten 20 verlor.

090201_ned_hoogerheide_men_birkenfeld_002.jpg

Foto: Armin Küstenbrück

Hinzukam, dass ich mich bis dahin keine einzige Sekunde erholen konnte, da das Tempo einfach zu hoch war und ich nach jeder Kurve 120% geben musste, um dran zu bleiben. Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag in den ersten Runden knapp über 30 km/h und die Jungs wurden nicht langsamer. Kaum Luft geholt kam schon eine Verfolgergruppe von hinten. Die letzten Runden biss ich mich in dieser fest und fuhr im Sprint als Zweiter der Gruppe ins Ziel und damit auf Platz 28.

Mit einem Top 30 Ergebnis konnte ich zufrieden und glücklich meinen Heimweg antreten und mich in meine Winterpause begeben. In den nächsten 3 Wochen werde ich weniger Radfahren und versuchen mal für die universitätstechnischen Sachen ein bisschen Gas zu geben.

noch keine Kommentare  

Am 01. Februar werde ich die WM mit dem Deutschen Nationalteam bestreiten. Ich freue mich, dass ich nominiert wurde und hoffe, dass ich die Erwartungen an mich erfüllen kann.

070128_hooglede_men_birkenfeld_sand_sideview_spectators.jpg

Foto: Armin Küstenbrück

[10] Kommentare  


Am Wochenende stand für mich der letzte Weltcup der Saison an. In Roubaix wurden in den letzten Jahrzehnten Radsportlegenden geboren, aber auch viele Untergänge bzw. Ausstiege hat der berühmte Frühjahrsklassiker Paris - Roubaix zu verzeichnen. Im Velodrom wurde der Startschuss zum Querfeldeinweltcup gegeben. Ich konnte mich gut durchsetzen und versuchte auf der Radrennbahn sehr weit oben zu fahren. Dies gelang super und ich bog als 23 ins Gelände ein. Zwei Stürze direkt vor mir vermasselten mir diese gute Position und ich fand mich nach einer Runde auf Platz 32 wieder. Da das Wetter in den letzten Tagen sehr wechselhaft war - mal Sonne, mal Regen - war die Strecke komplett aufgeweicht. Kurzum eine Rennstrecke mit 40% Laufanteil hat mir und meinem Material schlichtweg den Rest gegeben.

090118_fra_roubaix_men_birkenfeld_running_q.jpg

Meine Knie und mein Rücken schmerzten, so dass ich mich nach dem Zieleinlauf kaum noch bewegen konnte. Auch ein Hinterrad verabschiedete sich, da die Kette aufgrund des Schlamms in etlichen Gängen durchrutschte. Letztendlich wurde ich als 37 gewertet.

Ob ich nun zur WM fahren darf, bleibt abzuwarten. Kein deutscher Elitefahrer hat die Nominierungs-Kriterien des BDR erfüllt. Meine Start- Zu- oder Absage hängt somit vom Präsidium des BDR ab. Ich rechne dennoch fest mit einem Start, denn ich denke, keine Zusage zu erhalten, wäre das falsche Signal für mich und die anderen Fahrer. Schließlich ist unser Fernziel die WM 2011 in St. Wendel.

[2] Kommentare  

Die beiden letzten Rennen des Deutschlandcups ging ich ziemlich gelassen an. Denn die Vorgabe des Teams, den Deutschlandcup zu dominieren und in der Elite-Klasse den Sieger sowie weitere Platzierungen zu stellen, hatten wir bereits in den vorherigen Rennen erfüllt. Johannes Sickmüller holte sich den Gesamtsieg und ich konnte zum wiederholten Mal den 2. Platz belegen. Dritter wurde Konrad Opitz, ebenfalls Stevens.

Eine kleine Revanche für die letztjährige Meisterschaft gönnte ich mir in Herford. Ich gewann das Silvestercross in Herford vor Johannes und Malte Urban - Nur leider war das Rennen keine Deutsche Meisterschaft.

stv_birkenfeld_rene_318978.jpg

Foto: Rene Penno

Ein bisschen ins Straucheln kam ich mit meinem Trainingsplan zwischen Neujahr und dem Deutschlandcupfinale in Vechta am 04.01.2009.  Beim Training am 02. Januar kollidierte ich mit einem Jugendfahrer und holte mir eine Prellung am Handgelenk und Schürfwunden im Gesicht. Kurzum, ich sah bzw. sehe grad aus wie ein Boxer - Aufgeplatzte Lippe, blaues Auge, zerschundenes Kinn…

In Vechta konnte ich trotz allem einen sehr guten Start hinlegen und bestimmte das Rennen die ersten vier Runden alleinig an der Spitze des Feldes. Nach einem Sturz holten mich die Schmerzen im Handgelgenk wieder ein und ich fuhr nur noch auf Sicherheit. Innerhalb einer Runde überholten mich Paul Voss und Christoph Pfingsten. Durch den immer wiederkehrenden Regen wurde die Strecke unberechenbar und 2 weitere Stürze folgten. Als Vierter beendete ich das Rennen und war auf Grund der Kälte erst wieder unter der Dusche ansprechbar und auch ein kleines bisschen froh darüber, dass Crossrennen nur 60 Minuten dauern.

1 Kommentar  


Bei den letzten beiden Weltcups hatte ich enorm viel Pech… dafür konnte ich umsomehr in Loenhout zeigen, dass meine Formkurve ansteigt und ich zur DM sicherlich topfit am Start stehen werde.

In Nommay verlief in den ersten Runden alles nach Plan. Ich fuhr anfangs unter den ersten 25. Mit dem tiefen Geläuf kam ich gut zurecht und versuchte stets etwas neben der optimalen Linie zu fahren, um schlichtweg ein paar Körner zu sparen. Als ich in der vierten Runde auf mein Monoschienenrad wechselte, stieg ich auf ein Rad mit heruntergefallener Kette. Das zu korrigieren, kostete mich so um die 5 Platzierungen. Böse sein konnte ich meinen Betreuern jedoch nicht, denn sie hatten während des Rennens enorm viel Stress und Hektik, um die Räder wieder sauber zu bekommen. Hinzu kam, dass wir das Depot hatten, welches am weitesten weg von den Hochdruckreinigern gelegen war. Jedenfalls fuhr ich dann um die Position 30 weiter. In der letzten Runde passierte, das Schlimmste, was hätte passieren können – Schaltwerksabriss. Das hieß für mich 700m Fußweg bis zum Depot. Am Ende wurde ich auf Position 37 gewertet. Einerseits war ich mit meiner eigenen Leistung zufrieden, da ich das Rennen vollkommen aus dem Training heraus gefahren bin. Andererseits war ich schon ein wenig enttäuscht, dass uns bzw. mir vermeidbare Fehler passiert sind.

081221_fra_nommay_men_birkenfeld_uphill_bigwheel-komp.jpg

Foto: Armin Küstenbrück

Ein paar Tage später hieß es wieder Bus fahren. Es ging diesmal nach Zolder. Die Strecke im Motordrom war und ist sicherlich die Schnellste im gesamten Weltcupzirkus. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug weit über 30km/h. In der fünften Reihe wurde ich als 60ter der Weltrangliste aufgestellt, konnte aber auf den ersten 300 Metern die optimale Linie finden und fuhr sofort unter die ersten 20. Bei der ersten Durchfahrt des Depots befand ich mich am Hinterrad von Sven Nys und wollte mehr. Also überholte ich ihn, um sein Hinterrad im technischen Teil zu halten. In der Steilabfahrt wollte ich dann vielleicht zuviel und riss mir erneut mein Schaltwerk ab. Toll hatte ich das gemacht… - “DNF”.

foto-zolder-by-roamerkomp.JPG

Foto: roamer

Mit dem Gewissen, gute Beine zu haben und dennoch viel zu oft einen technischen Defekt einzufahren, ging ich das Rennen in Loenhout gewissermaßen mit Wut im Bauch an. Ich konnte Nichts verlieren und fuhr in den ersten beiden Runden auf Leben und Tod. Mein vorderes R- Sys Laufrad verabschiedete sich in der zweiten Runde. Dennoch fuhr ich mit ihm weiter und bemerkte die Beeinträchtigung kaum. Eines kann man dem Satz lassen – die Fail Safe-Eigenschaften sind optimal. Mit zwei verlorenen Speichen (bei insgesamt 16) fuhr ich das Rennen in einer Gruppe um Platz 18 zu Ende. Ich kam bestens mit der Strecke zurecht und versuchte stets die Kurven etwas weiter auszufahren. In der letzten Runde löste sich Jan Verstraeten (Sun Web) um fast 50m von unserer Gruppe. Auf der Zielgeraden zog ich mit allem was ich noch hatte an und kam auch wieder an ihn heran. Nur leider konnte Enrico Franzoi (Pro Tour Liquigas) auf den letzten Metern noch an mir vorbei rollen.

img_8898.jpg

Foto: Armin Küstenbrück

noch keine Kommentare  

Next Page »