7. Jan
2008
Huihuihui, das war ein Rennen, wie ich es noch nie erlebt habe.
Es war physisch wie psychisch das schwerste Rennen, welches ich jemals gefahren bin.
Alles in allem war Malte einfach nicht zu schlagen, denn die Stimmung auf seiner Heimstrecke und die Streckensprecher, die ihn immer wieder anfeuerten, peitschten ihn regelrecht auf das Siegertreppchen.
Gratulation und Hochachtung an Ihn, denn er und sein Betreuerteam bewiesen die stärksten Nerven.
Aber erst mal alles aus meiner Sicht zum Rennverlauf:
Ich kam sehr gut vom Start weg und war mit dem Eingang ins Gelände an Maltes Hinterrad angekommen. Kaum war ich dran, ging ich auch schon vorbei und versuchte in der Laufpassage die ersten Meter an Vorsprung herauszulaufen. Nahezu problemlos hatte ich eine Lücke von 30m und kämpfte von nun an allein an der Spitze um meine Titelverteidigung. In der dritten Runde schloss Paul Voß (Lamonta) kurzzeitig zu mir auf, aber so schnell er gekommen war, war er auch wieder weg. Ich erfuhr später, dass ein Schaltungsdefekt ihn heimsuchte.
Mit Eingang in die vierte Runde und in die zweite Hälfte des Rennens schrumpfte mein Vorsprung, der immer so um die 25 – 15 Sekunden betrug, komplett und Malte war an meinem Hinterrad. Sofort versuchte er anzugreifen, doch ich konnte kontern, fuhr eine etwas bessere Linie und profitierte davon, dass Malte nach der zweiten Wechselzone den Boden küsste (dies erfuhr ich erst nach dem Rennen, da ich in dieser Situation vor ihm war). Plötzlich hatte ich abermals einen Vorsprung von 25 Sekunden, und konnte meinen Vorsprung bis in die letzte Runde halten. Hinzukam, dass ich mit Eingang in die letzte Runde bereits rund 59min auf dem Buckel hatte…

In der letzten Runde kam Malte wieder und alles ging von Neuem los – eine Attacke folgte der nächsten und keiner konnte sich entscheidend absetzen. Mit Eingang in das zweite Depot wollte ich unbedingt als Erster einfahren und war überrascht, dass meine Betreuer am Anfang von diesem standen. So sehr, dass sie mir regelrecht mein altes Rad unter meinem Po wegreißen mussten und ich nicht auf, sondern neben mein Neues gesprungen bin. Maltes Jungs standen am Ende des Depots und er konnte seinen Schwung aus der vorherigen Gerade nutzen und wechselte somit wesentlich besser als ich. Eine Lücke von 10m war da und der Jubel der Zuschauer groß. Ich brach entkräftet ein und war völlig demoralisiert. Kaum aufgerappelt kam Johannes von hinten angepeitscht und schwupps fiel ich auf den letzten Metern von Platz Eins auf Drei.

Alles in Allem, bin ich ein sehr gutes Rennen gefahren und gratuliere Malte von ganzem Herzen zu seinem Sieg. Sicherlich hat er es nicht immer leicht mit mir gehabt, doch der Bessere dieses Tages hat sich durchgesetzt und gewonnen.
Für mich selbst geht damit nicht die Welt unter, denn Radsport ist nicht alles… Und Hoogerheide kommt noch…
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